2025 - Jahresrückblick
Test
Gerade noch kurz ein bisschen gearbeitet, jetzt Laptop zu, Podcast im Ohr, zurücklehnen. Ich sitze im ICE von Hamburg nach München. Ruheabteil, die Stimmung entspannt.
Wenn mein Zug nachher in München einfährt, dann geht’s mit der Regionalbahn weiter zu meiner lieben Freundin Laura, die ich vor drei Jahren in Kapstadt kennengelernt habe. Sie hat mich und Harry in ihr Elternhaus eingeladen, um dort Silvester zu verbringen. Meine Vorfreude könnte größer nicht sein. Es ist das erste Mal seit Jahren, dass wir Silvester nicht in London verbringen.
Je weiter ich gen Süden fahre, desto mehr kündigt sich Schnee an. Der Himmel bedeckt, weißer Nebel über einem See, die Bäume in frostigem Weiß. Ich kann’s kaum erwarten.
Als ich die Augen für einen Moment zumache, denke ich über meinen Jahresrückblick nach. Der gehört seit bestimmt acht Jahren dazu, so zwischen die Jahre. Zeit für Ruhe und Reflektion.
Reisen
Ich war dieses Jahr viel unterwegs. Im März mit insgesamt 15 Leuten in Frankreich, mein zweiter Skiurlaub. Wie schon in 2024 verbrachte ich jeden Morgen mit meiner Freundin Rozzy in der Skischule. Wir hatten eine nette Truppe und einen tollen Lehrer. Wir machten Fortschritte, fuhren sogar off piste und gewannen immer mehr Selbstbewusstsein auf den Skiern. Ich nutze die Woche für einen Social Media Detox und konnte so richtig abschalten, an nichts denken außer an die nächste Chocolat Chaud oder wann wir uns alle beim Après treffen.
Nach unserem Urlaub folgten viele Trips nach Deutschland: Hamburg, Kappeln, Bonn, Mainz, Berlin. Es war so schön, Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen.
Im August verbrachte ich eine ganze Woche bei meinen Eltern und konnte das White Dinner in Kappeln miterleben, das meine Mutter jedes Jahr mit ihren Freundinnen auf die Beine stellt. Es war ein lauer Sommerabend, wir saßen mit Fremden und Bekannten ganz in Weiß zusammen am Ufer der Schlei, picknickten. Ein Gast spielte Geige. Es war so schön, die Szenerie hätte aus einem kitschigen Film stammen können.
Im September verlängerten wir den Sommer in Griechenland. Für fast drei Wochen genossen wir die warme Herbstsonne in Athen, auf Agistri und Poros. Wir arbeiteten das Minimum, das nötig war und verbrachten ansonsten viel Zeit am Strand, mit einem Buch in der Hand. Wir wanderten, radelten, schwammen, aßen Feta, tranken Pina Coladas. Ein Energieschub für den Rest des Jahres.
Mitte Dezember verbrachten wir ein paar vorweihnachtliche Tage mit Harrys Familie in den Cotswolds. Es regnete den Großteil der Zeit, aber das trug nur zur Gemütlichkeit bei. Wenn er doch mal stoppte, schlenderten wir durch die hübschen Orte, kauften letze Weihnachtsgeschenke und wärmten uns anschließend in Pub mit Kaminfeuern auf.
Zu Weihnachten ging es für mich noch einmal nach Hamburg und dann zu meinen Eltern nach Schleswig-Holstein. Die eine Reise, die in jedem Jahr fest in meinem Kalender steht. Ich verbrachte eine ganze Woche in der Heimat und schaffte es, so richtig abzuschalten, lange ausschlafen - etwas, das mir sonst eher schwer fällt - und die Weihnachtszeit in vollen Zügen genießen.
Anschließend setze ich mich in den im Intro angeteaserten ICE gen Süden. In einem kleinen Ort nah der österreichischen Grenze verbrachten wir die Tage rund um Neujahr im frisch gefallenen Schnee. Wir liefen Schlittschuh auf einem zugefrorenen See, fuhren Ski in Leogang in Österreich und rodelten am Neujahr einen Berg hinunter. Schöner hätte der Start in 2026 nicht sein können.
Freundschaften
Die vielen Besuche in Deutschland bedeuteten auch, dass ich meine Freund:innen ein klein wenig öfter als sonst sehen konnte. Dazu gehörte auch, einige der vielen Neuankömmlinge begrüßen zu dürfen, die mir schon jetzt sehr ans Herz gewachsen sind.
Zeit mit Freund:innen ist Gold wert. Ich habe tolle Freundinnen mit denen ich ehrliche Gespräche führen, lachen und weinen kann. Ich bin so dankbar für eine Verbundenheit, die sich trotz Entfernung so nah anfühlt.
Haus
Das zweite Jahr in unserem Haus war wieder von Renovierungen geprägt. Das Großprojekt in 2025 war unsere Küche. Wir ließen den hinteren Teil neu verputzen. Und zwar so, wie die Victorians es schon vor 150 gemacht haben: Mit Lehm. Ein Prozess, der ingesamt drei Monate dauerte. Danach haben wir alles ganz brav 6 Monate austrocknen lassen, bevor wir endlich streichen konnten. Die pinken Wände wurden hell, die hellgrünen Schränke, dunkel. Mit Vorbereitungen und allem Drum und Dran ein ziemlich langer Prozess, der sich aber gelohnt hat. Jetzt fehlt nur noch der Spritzschutz, den wir am Wochenende fliesen werden. Fingers crossed.
Immer wieder im letzten Jahr, musste ich lernen geduldiger zu sein, den Prozess zu genießen. Good things take time. Wir sind noch lange nicht fertig und ich freue mich darauf, in 2026 mehr Feinheiten im Haus anzugehen, den Garten besser in den Griff zu bekommen, vielleicht ein bisschen Gemüse anzubauen. Jeden Handgriff, den wir tun, macht das Haus zu unserem Zuhause. Jede kleine Veränderung erfüllt mich mit so viel Freude.
Gesundheit
Meine Gesundheit war wohl eines meiner Lowlights des Jahres. Irgendwie war immer was. Ende Januar überdehnte ich mir die Bänder im rechten Fuß. Bis zum Skiurlaub im März hatte sich mein Fuß zum Glück so gut erholt, dass ich ihn mit Ach und Krach in den Skistiefel bekam.
Im Juni hatte ich Corona. Im Juli verschleppte ich eine Erkältung, die zu einem Sinus Virus entwickelte, der mich bis zum Ende des Jahres begleitete.
Das sich konstante krank fühlen, schlug sehr auf’s Gemüt. Dazu bedeutete es auch, dass ich das Laufen zurückstellen musste. Ich sagte 2 Halbmarathons, für die ich angemeldet war, ab. Mir fehlte dieser Ausgleich sehr.
Aber - klopf auf Holz - zum Ende des Jahres fühlt sich alles schon wieder besser, wenn auch nicht perfekt, an. Ich habe langsam wieder mit dem Laufen angefangen. Bin trotzdem vorsichtig, Baby steps.
Job
Jobmäßig war es eine Achterbahnfahrt in diesem Jahr. Es begann seehr weit unten mit nur einem Kunden, vielen Fragen und Zweifeln. So langsam aber sicher kamen mehr Kunden hinzu. Wir konnte neue Projekte umsetzen und langfristige Kunden gewinnen, mit denen die Zusammenarbeit wirklich Spaß macht. Ich lernte jeden Tag selbstbewusster zu sein und mich zumindest ein bisschen von meinem Imposter Syndrom zu lösen. Trotzdem kamen auch neue Herausforderungen auf mich zu. Für einige habe ich noch immer keine Lösung gefunden. Im Großen und Ganzen würde ich aber sagen, dass es ein erfolgreiches Jahr war. Vor allem, wenn man bedenkt, das wir das Ganze erst seit 1,5 Jahren machen. Die Zusammenarbeit mit Anna macht großen Spaß und wir finden immer mehr unseren eigenen Weg in der Selbstständigkeit. Ich bin gespannt, was 2026 bringt!
Das lasse ich los
- auf Teufel komm raus Sport zu machen
- Doomscrolling
- Aufschieben
- mich mit mit anderen zu vergleichen
- overthinking
Das nehme ich mit ins neue Jahr
- auf meinen Körper hören
- Telefondates mit Freundinnen
- regelmäßig Pausen machen
- kleine Erfolge feiern
- Handyfreie Wochenenden
- Geduld
- Breath work
Final words
Schlussworte
2025 war ein großes Auf und Ab. Meine gesundheitlichen Probleme machten es nicht immer leicht, positiv und energiegeladen durch das Jahr zu gehen. Gleichzeitig gab es aber so viele schöne Momente, die mir gut taten und von denen ich noch immer zehre: Reisen, Erfolge im Job, unser Zuhause, aber vor allem die Zeit mit Freund:innen und Familie. Ich bin dankbar für alles, was ich lernen und erleben durfte und freue mich auf ein großartiges 2026. Ich werde mich weiterhin auf meine Gesundheit fokussieren und die Dinge tun, die mir wirklich gut tun. Ich freue mich auf neue Projekte im Job, neue Länder, die wir bereisen wollen, viel Zeit mit meinen Liebsten.
Nach sehr entspannten Weihnachts- und Neujahrstagen fühle ich mich innerlich gerade so ruhig und möchte diese Ruhe mit ins neue Jahr tragen.
Zum Abschluss habe ich noch eine Frage für dich, die James Clear in seinem Newsletter vom 01. Januar stellte: “Wenn du dein 80-Jähriges Ich heute treffen würdest, was würde es dich bitten, nicht länger aufzuschieben?”